Vorgeschichte:

Blick in die rechte der nördlichen Schleusenkammer Der Nord-Ostsee-Kanal, der am meisten befahrene Kanal der Welt stieß Anfang des 20 Jahrhunderts an seine Grenzen. Die Schiffe wurden größer, ebenso der Tiefgang und die Anzahl der Schiffe nahm auch zu. Das führte dazu, dass  ein Entwurf für eine Kanalverbreiterung und 2 neue größere Schleusen notwendig wurde.

Die Bauzeit dauerte von 1911 bis 1914. Die Schleusen haben folgende Abmessungen:

Länge der Schleusenkammern 221 und 100 m (Gesamtnutzlänge 321m), Breite 42 m, Drempeltiefe rund -14 m NHN.

Beim Bau der „neuen Schleuse“ wurden unter anderem Kabelkräne, Dampframmen, Feldbahnen, Baggerschiffe eingesetzt. Die Wände waren ursprünglich vollständig verklinkert. Stark beanspruchte Bereiche erhielten Verkleidungen bzw. Verstärkungen aus Granit.

Mittlerweile reichen die 4 Schleusenkammern nicht mehr aus und ab Sommer 2014 soll mit dem Bau der 5. Schleusenkammer begonnen werden.

Bildrechts: Archiv WSA Brunsbüttel: Blick in rechte Schleusenkammer.

Wir bedanken uns für die historischen Bilder vom Wasserschifffahrtsamt Brunsbüttel sowie aus den Sammlungen von B. Schmidt und U. Möller, dass Sie unseren Baubericht mit diesen Bildern besser veranschaulichen. Quellen: Dithmarschen-Wiki, Sammlung Uwe Möller, Sammlung Bernd Schmidt Hamburg und Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel

Nachfolgend 4 Bilder vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel, Sammlung von Uwe Möller: 1. (1911) Baugrube der großen Schleusenkammern und des Binnenhauptes, 2. Vermaßter Schleusengrundriss, 3. Lageplan des Kaiser-Wilhelm-Kanal mit Darstellung des Fangedamms (rot),  4. (1913) Nördliche Tornische des Außenhauptes.

Nachfolgende 7 Bilder vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel, Sammlung von Bernd Schmidt mit Feldbahnzügen im Einsatz beim Bau der Neuen Schleuse: 1. Baggerarbeiten in der Baugrube (111), 2. Baggerarbeiten am Kanal (315), 3. Nördliche Tornische (483), 4. Blick auf die eingerüstete nördliche Tornische (558), 5. Holzkastenkipploren in der Baugrube (570), 6. Blick in die Schleusentornische (571), 7. Blickl in die Baugruben der 2 neuen Schleusenkammern (573).


Bauberichte von Heinz Schütz, geschrieben von Andres, Mitglieder der IG M- S- und FF Niefern Ö. Heinz hat großes Interesse am Nord-Ostsee-Kanal und auch den familiären Bezug zur Schleusenanlage. Und da er den Bau einer neuen kleinen Feldbahnanlage in H0e und H0f plante, kam ihm die Idee, den vorderen nördlichen Schleusenkopf der "neuen Schleuse" in Brunsbüttel (Bauzeit 1911-1914) in Anlehnung an das Original im Modell verkleinert nachzubauen. Die Anlagengröße beträgt ca. 90 x 48 cm.

Baubericht:    Juli 2014

Auf einer mit Rahmen versehenen Sperrholzplatte wurde zuerst der Schleusenkopf mit Styroporblöcken vorkonstruiert und anschließend mit Ziegelmauerwerkplatten der Fa. Kibri verkleidet. Die Ecksteine wurde mit Formplatten der Firma Auhagen hergestellt. Der abzutragende Erdwall wurde aus Styropor und Zellulosemasse gestaltet. Oben auf dem Damm wird eine Feldbahn 600 mm (der Fa. Busch) die Arbeiten am Schleusenkopf unterstützen, auf dem Grund der Schleusen wird eine Feldbahntrasse mit 780 mm Spurweite mit ROCO H0e Gleisen und PECO H0e Weichen vorgesehen. Der Schienendampfbagger trägt den überflüssigen Erdwall ab. Es wird eine kleine Rangiergleisstrecke geben und eine einfache Gleisrampe aus Holzbalken. Für das Schleusentor wurden die Schienen in der Bodenvertiefung eingebaut nebst einer Entwässerungsrinne.

Baubericht:    August 2014

Vor dem Tor wird die erste Betonage vorbereitet: Nach dem Einebnen des Geländes wurde zuerst die Randschalung errichtet und mit Schrägabstützungen gesichert. Danach wurde eine Papierlage (heute nimmt man PE-Folie) als Trennlage zum Untergrund eingebracht und darauf wurde dann die Eisenbewehrung mittels Überdeckung verlegt. Auf die Breite der Schleusenkammer wurden mittels Holzbretter 2 Dehnfugen ausgebildet. Im Modell wurde WC-Papier in 2 cm breite Streifen geschnitten und aufgerollt. Die Bewehrung besteht aus feinstem Maschengewebe und wurde Rostfarben gestrichen.   Die Holzrampe für das Gleis wurde farblich nachgearbeitet. Die ROCO-Feldbahn-Flexgleise wurden rostig eingefärbt und verlegt. Am abzutragenden Erdwall gab es auf Grund von heftigen Regenfällen einen Erdrutsch, der zum Teil das Feldbahngleis verschüttet hat. Das H0-Gleis rechts im Bild dient als Fahrunterlage für den Dampfbagger, der das Erdreich abträgt.

Baubericht:    September 2014

Der direkte Bereich beim Schleusentor wurde betoniert. Im Anschluss nach außen, im Bereich der Schleusenzufahrt wurde der Grund mit Natursteinen als Ebene verlegt. Hierfür wurden ca. 4/5 x 4/5 m große Felder mit Holzrundstäben eingefasst, im Modell gekürzte Zahnstocher. Anschließend kam eine Unterlage aus Steinsplitt, um darauf die Natursteine zu verlegen. Im Modell wurde echter Ziegelbruch als Unterlage verwenden. Bei der Natursteinlage handelt es sich um bedruckte Schaumstoff-Strukturplatten. Um die Betonplatten betonieren und die Steine anliefern zu können, wurde ein Feldbahnanschlussgleis verlegt. Die Betonkübel wurden beim Original mittels Seilkran von den Loren aufgenommen und in den zu betonierenden Feldern ausgegossen. Damit die Bauleitung auch bei schlechtem Wetter im Trockenen die Pläne sichten kann, wurde ein "Planhäuschen" gebaut. Im "Planhäuschen" befindet sich eine Kopie des Lageplans des Kaiser-Wilhelm-Kanal (siehe oben), sowie die Übersichtszeichnung der Schleusenanlage (siehe oben). Mittlerweise erhielt das gesamte Segment seine Erd- und Schlickfarbe. Hierfür wurde Gartenerde, Blumenerde und Heilerde vermischt und aufgebracht. Die nächsten Arbeitsschritte sind sehr zeitintensiv. Die "Flutöffnungen" haben ihre Betonsteinverkleidung erhalten, die Ziegelwände wurden mit leichtem Schmutz überzogen. Da die Bauphase gemäß dem Originalbild 558 dargestellt werden soll, wurde eine Seite komplett eingerüstet. Das Gerüst wurde aus Holzleisten (Kiefer 1x1, 1x7, 1x2 mm) des Anbieters Architekturbedarf hergestellt. Der Zusammenbau des filigranen Gerüstes erfordert viel Fingerspitzengefühl und sehr viel Geduld. Auch in eine Flutöffnung wurde noch das Leerbogengerüst eingebaut. Ein Vergleich mit dem Original zeigt, das das Modell sehr nahe an das Original heran kommt.

Baubericht:    Oktober 2014

Nach weiteren Verfeinerungen an den Gerüsten ging es an einen neuen und schwierigen Abschnitt. Da die Baugruben und der Arbeitsraum der "Neuen Schleusen" im Grundwasserbereich liegen, musste nach dem Einbringen der Spundwände die Grundwasserabsenkung eingebaut werden. Hierzu sind viele Rohrleitungen, unterschiedlicher Dimensionen notwendig. Die senkrechten Pumpenrohre müssen in einen extra berechneten Abstand eingebaut werden, um das Grundwasser gleichmäßig niederhalten zu können. Von den Ansaugschächten verlaufen die Rohre zu Sammelleitungen, weiter bis zum Pumpenhaus (das grüne Gebäude aus einen Lasercut-Bausatz) und von dort weiter in höhere Ebenen zum Einleiten des Wassers in den Nord-Ostseekanal. Der Modellbau hierfür war recht aufwendig. Neben vorgefertigten Kunststoffbauteilen der Fa. Auhagen kamen auch Selbstbaurohrleitungen zum Einsatz. Die größeren Leitungen entstanden aus unterschiedlichen "Strohhalmen". Diese wurden in Stücke geschnitten, das Ende jeweils mit Spachtelmasse aufgefüllt und kleine Unterlagscheiben angeklebt. Diese sollen die Rohrflansche darstellen. Die Rohre wurden wie beim Original auf hölzernen Stützen und Böcken verlegt. Teilweise musste das Gleis unter, bzw. überbaut werden.In einigen Bereichen wurden auch Absperrschieber eingebaut. Als Letztes folgt noch die "Verdreckung" der Rohre.

Baubericht:    November 2014

Und wieder geht es voran. Was wäre eine Baustelle ohne Kräne und Bagger. Der Dampfbagger für den Erdabtrag ist ist fast fertig, sein fahrbarer Unterbau konnte als Papierbausatz in Luxembourg erworben werden und wurde dann farblich behandelt und mit Halteketten und Seilwinden-Zugkette ergänzt. Die Spurweite beträg 1:87. Zusätzlich wurde ein kleiner Dampfbagger für kleine Arbeiten rund um das Gleis gebaut. Er wurde für Sicherungszwecke beim Abrutschenden Gleis eingesetzt. Beide Bagger entstande naus Bausätzen von: Das Kantoor und ARTITEC Der Ausleger ist ein Messingbausatz.  Die Gleise auf dem Schleusengrund haben eine Spurweite von ca. 780 mm (H0e) und das Versorgungsgleis auf der Dammkrone und beim Schleusenkopf hat eine Spurweite von 600 mm (H0f) aus Gewichtsgründen. Das Gleis auf der Dammkrone wurde angeschlossen, die erste Fahrprobe verlief positiv. Am mittleren Schleusenkopf schreiten die Arbeiten voran. Es wurde der Verlegesand für die "Schleusenkopf -Pflasterung angeliefert und muß jetzt mühsam von Hand eingebaut werden. Das macht sogar durstig.

Baubericht:    Dezember 2014 und Januar 2015

Es geht weiter mit der Detailausgestaltung.

Am Schleusenkopf wurden Ziegelsteine angeliefert. Die 2 Dampfbagger wurden fertig gealtert. Die Anlage wird mit Leben gefüllt. An einem Rohrbogen müssen Schweißarbeiten durchgeführt werden. Das beim Erdrutsch verschobene Gleis wurde gesichert und wird jetzt von Schweißern abgetrennt. Der Elektriker, oben rechts paßte nicht auf und bekommt einen Stromschlag und fällt nach hinten um. Im Vordergrund werden fünf neue Arbeiter in Ihre Aufgaben unterwiesen. Derzeit wird die Rückwand für die Hintergrundmalerei vorbereitet und mit einer Lichtabdeckung versehen. Zur Darstellung des Kabelkranes erhält die vordere Seite eine Blende mit einem Foto des Kabelkranes. Die 2 Feldbahngleise (H0e) wurden angeschlossen, die Fahrprobe verlief erfolgreich.

Baubericht:   Februar und März 2015

Es geht weiter mit der Detailausgestaltung.

Zum Geburtstag gab es vom Kollegen Andreas drei hölzerne Transportkisten für Steine und Sand, die mit dem Kabelkran angeliefert werden. Weiterhin gab es einen Arbeiter mit Sandkiste auf der Schulter und den dazugehörigen "Befüllbock". Im Bereich des Erdrutsches wurden Arbeiter mit Schaufeln eingesetzt. Das Natursteinpflaster wird eingesandet. Die Elektronik wurde installiert. Alles funktioniert.

Baubericht:  April und Mai 2015

Es geht weiter mit der Detailausgestaltung.

Schon Ende März hatte unser Kollege Heinz mit dem Bau des Kabelkrans begonnen. Zuerst wurden die 2 Trag-Fahrseile zwischen den Kranfotos gespannt. Dann begannen die Überlegungen für das  Kranführerhaus und den Transportwagen mit der Winde (nur angedeutet) für die Transportkette für die von Kollege Andreas gebauten Holztransportkisten. Diese wurde gleich mit Bauschutt befüllt. Nachdem die Ehefrau von Heinz den Hintergrund gemalt hatte, wurden die ersten Möwen aufgeklebt. Die "Busch" Feldbahn, Spurweite 600mm auf der Dammkrone wurde mit einer Pendelsteuerung versehen und versieht Ihren Dienst. Nach den Überlegungen mit Andreas für den Schleusenhintergrund wurde dieser vorbereit. Jetzt kann die Ehefrau von Heinz diesen Hintergrund farbig darstellen.

Baubericht März bis Mai 2016

Nachdem ein zweites Anschlußmodul gebaut wurde konnte unser Heinz wieder voll Tatendrang loslegen.  Nach der Vorbereitung der mit Gewebe abgespannten Spanten wurden auf der Rückseite zum Hintergrund "gerammte Baumstämme" gesetzt. Anschließend wurde das Gelände mit der bisher verwendeten Zelloulose Masse in Form gebracht. Die Gleisverlängerungen für den kleinen Arbeitskran und den großen Bagger wurden verlegt.

Baubericht für Juni und Juli 2016

Die Feldbahngleise mit Verbindungsweiche vom Hauptmodul wurden verlängert und mit Erde eingeschottert. Ebenso die Gleise vom Bagger und Kleinkran.

Baubericht für September- November 2016

Es wurden 3 weitere Arbeitsbereiche geschaffen. Ein Dampfaggregat zieht den großen Schienendampfbagger (nach rechs), ein kleiner Bagger versorgt die 600 mm Gleise, ein weitere Dampfbagger ist dabei die Loren zu beladen und Dampfbagger Nr. 4 sichert ein abgerutschtes Rohr (kommt noch). Die Wasserhaltung wurde ebenfalls verlängert. Die Anlage ist bis auf etwas Ausgestalltung und der Fertigstellung der Beleuchtung fertig.



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