Gipswerk Entringen

Aktuelle Information:

Wir haben es geschafft. Beim privaten Anlagenwettbewerb auf der Modellbahnmesse in Sinsheim 2017 haben wir gleich den 3. Platz mit derm Gipswerk erreicht.Darauf sind wir echt stolz.

Verehrte Besucher die Broschüre über das Gipswerk Entringen ist seit 2015 fertig und kann immer noch erworben werden. Die Broschüre hat ca 40 Seiten incl. Umschlag, viele Bilder und Pläne in Farbe und SW (ca. 50 Stück), Heft-Größe 17 x 24cm (Kosten ca. 7-8 € je nach Auflage zuzügl. Versand).

Das Gipswerk Entringen

Zwischen den Ortschaften Entringen und Breitenholz, heute Ortsteile der Gesamtgemeinde Ammerbuch im Kreis Tübingen, gab es mehrere verschieden große Gipswerke. Das für die Gemeinde wichtigste und größte Werk war das Gipswerk Entringen.

Auf Anregung von Mitgliedern des  Modelleisenbahnclub Rottenburg e. V.  Neckar entschlossen sich die Kollegen Andreas Grüner und Uwe Eisele dieses Gipswerk mit der kompletten Feldbahntrasse vom Steinbruch bis zum Bahnhof Breitenholz in Anlehnung an das Original, stark verkleinert, nachzubauen. Dargestellt werden soll der Zeitraum um 1950-1960. Segment-ModellübersichtDie achtteilige Segmentanlage hat eine Länge von rund fünf Metern. Dargestellt werden die Segmente wie folgt: (Erbauer Uwe Eisele): Gipswerk am Bahnhof Breitenholz, Ausweiche, Verschwenkung, (Erbauer Andreas Grüner): B 28 mit Kreisstraße nach Breitenholz, 90° Kurve am Käsbach, kleiner "Rigoni"- Steinbruch, Gipsofen + Gebäude unterhalb des Steinbruches und der große Steinbruch. Der Steinbruch wurde in einen alten Holzkoffer eingebaut.

Unterstützt werden die zwei Modellbauer von vielen Zeitzeugen, dem Ortschronisten, Herrn Bauer aus Entringen, dem Archiv der Gemeinde Ammerbuch, dem Kreis- und Stadtarchiv Tübingen, der Gips-Schüle Stiftung in Stuttgart, der Rottenburger Zeitung, von zwei Kollegen des Rottenburger Modeleisenbahnclubs und weiteren Informanten. Dafür sagen wir schon mal "Vielen herzlichen Dank". Wir freuen uns auch weiter über jede neue Information. Besonders würde uns interessieren, welche Bezeichnung auf den Gips- und Estrichsäcken stand.

Vorab etwas über die Geschichte:

Nachfolgende Bilder wurden uns freundlicherweise von der Gemeinde Ammerbuch zur Verfügung gestellt; vielen Dank . Quelle Archiv Gemeinde Ammerbuch: Von links nach rechts: 1. Gipswerk am Bahnhof Breitenholz um 1950, 2. Lagerplan vom Gipswerk beim Bh um 1938, 3. Gipssteinbruch mit Gebäuden um 1950, 4. Grundriß Bauantrag für 4zügigen Ofen um 1918, 5. Grundriß für runden Gipsofen um 1938, 6. Schnitt für Lorenbrücke und runden Gipsofen um 1938.

Im Bereich der Gemarkung Entringen gab es mehrere Gipsbrüche. Der Bruch befand sich zw. Entringen und Breitenholz (seit Dezember 1971 eingemeindet in Ammerbuch) am Schönbuch-Westhang. Der Betrieb wurde Anfang des 20 Jahrhunderts begonnen und in den 1973  eingestellt.

Der Gips wurde als sogenannter Gipskeuper (Rohgips) abgebaut, teilweise auch Untertage. Im Gipssteinbruch gab es mehrere Abbausohlen. Auf der unteren Abbauebene befanden sich sogar tief in den Berg reichende Stollen in denen der Gips auch abgebaut wurde. Der längste war rund 150 m lang und reichte fast bis zum heutigen Neubaugebiet in Entringen. Hierfür wurde extra Louis Rigoni aus dem Trentino, Italien angeheuert, der bereits große Erfahrungen mit dem Bau von Stollen und Tunneln hatte. Mit ihm kamen dann auch die italienischen "Gastarbeiter", von denen es heute noch weitläufige Nachkommen gibt. Im Gipssteinbruch arbeiteten rund 30-35 Arbeiter, überwiegend in den Stollen unter Tage.

Der Gipsabbau erfolgte das ganze Jahr über. Um in den Sommermonaten der großen Nachfrage gerecht zu werden, gab es südlich vor der Gipsfabrik beim Bahnhof Breitenholz eine große Gipsbrockenhalde. Von hier wurde die Holzkastenkipper zur Schrägrampe transportiert und mit Seilwinden zuerst zum Ofen und dann weiter zur Mühle gegezogen.

Ansonsten wurde der Gips nach dem Brechen oder sogar Sprengen im Bruch dann zum Brennofen beim Bahnhof gebracht und schichtweise mit Kohle bei Temperaturen um 1000° Grad gebrannt, anschließend warm gemahlen und in Säcke verpackt. Der Gips fand anfangs Verwendung in der Landwirtschaft, aber vor allem in der Bauindustrie wurde er eingesetzt.

Unterhalb des Steinbruches gab es anfangs einen vierzügigen, nebeneinander liegenden Brennofen, der von oben befüllt wurden. In den Öfen wurde zuerst der DIARA Estrich gebrannt. Später kam der „Hochofen“ mit stehendem Kamin dazu. Dann wurde nur noch mit diesem Hochofen der Estrich gebrannt. Es wurde unten ein Feuer vorbereitet und der Keuper von oben (über die Lorenbrücke) eingefüllt. Das gebrannte Material „schwitzte“ das Wasser aus. Nach dem ersten Brennvorgang wurde das Material noch einmal gebrannt und es entstand der „Diara“ Estrich. Da der „Diara“ Estrich feuchteregulierende Eigenschaften besaß, wurde er oft für die Fußböden in den Scheunen verwendet. In vielen alten Entringer und Breitenholzer Häusern oder Scheunen gibt es noch diesen Estrich.

Feldbahnzug im Bereich der Gebäude beim SteinbruchDas Gipswerk zw. Entringen und Breitenholz bekam Anfang der 20 Jhd. eine 600 mm Feldbahn mit Verbindung zum Bahnhof Entringen.  Um 1912 wurde beim Bahnhof Breitenholz an der Straße nach Kayh eine Gipsfabrik gebaut. Zeitweise gab es noch eine Feldahnstrecke aus dem hinteren Gachental über den tiefen Weg nach Entringen. Ab 1912 wurde eine Feldbahn mit einer Streckenlänge von ca. 2 km von der Grube bis zur Gipsfabrik neben dem Bahnhof Breitenholz verlegt. Die Feldbahn kreuzte auf dem Weg vom Gipsbruch zur Gipsfabrik auch die B 28. Es musste dann immer ein Arbeiter mittels Fahne den Verkehr anhalten.

Das Bild (Ca. 1964) zeigt den Feldbahnzug und sechs mit Gipsbrocken beladene Holzkastenkipper auf dem Weg zum Gipswerk beim Bahnhof. Lokführer der DIEMA ist Herr Otto Vetter. Quelle: Archiv Otto Vetter, Breitenholz.

Über die Ammertalbahn wurde auch die Kohle für die Brennöfen (beim Bruch und in der Gipsmühle) der Gipsfabrik angeliefert. Es gab zeitweise auch ein Abstellgleis an der Verladerampe beim Gipswerk. Anfangs wurde der Gips mit Fuhrwerken, später mit LKWs abgeholt. Das änderte sich aber mit dem Bau der Ammertalbahn.

Die Gipsfabrik (Gipsmühle) bedeutete für die Entringer Bürger reichlich Arbeitsplätze. Vor allem Arbeiter aus der Landwirtschaft, die im Winter keine Arbeit fanden, konnten im Gipswerk arbeiten.

Quellen:

Buch 100 Jahre Ammertalbahn “Angelokt“, Dr. W. Sannwald, Tübingen

Buch „Die Scheunen duften von Heu“ Bericht von Richard Vetter, Breitenholz

Infos von Dr. E. Scherer, Tübingen aus Wikipedia

Heimatbuch von R. Bauer, Entringen

Historie vom Gipswerk aus der HP von Firma Dürhold GmbH

verschiedene Zeitzeugen aus Entringen, Breitenholz und Herrenberg

Infos zur Feldbahn:

Die Spurweite betrug 600 mm. An Feldbahnmaterial wurde folgendes ermittelt:  Um 1920 gabFirtz Belser (t) auf Deutz-Lok 1956 es eine Dampflok, einen B-Kuppler von J.A. Maffei,

Weiter gab es verschiedene Feldbahn-Dieselloks vom Typ:

Deutz 55724/53 A3L514F Stuttgarter Gipsgeschäft, Stuttgart-Untertürkheim für Werk Entringen-Breitenholz ++ 1975

Gmeinder 4571/50, 28PS,  Stuttgarter Gipsgeschäft, Stuttgart-Untertürkheim für Werk Entringen-Breitenholz 74iE

Diema 2741/64 DS 30, 12 PS Max Hohl, Baumaschinen Stugtt.Degerloch F. Stgtt.

Diema 2266/59 DL8 (Stollenlok) Stuttgarter Gipsgeschäft, Stuttgart-Untertürkheim für Werk Entringen-Breitenholz

Weiter eine Lok, Hersteller Oberursel Fab.-Nr. unbekannt,

An Loren wurden verschiedene Stahl-Kipploren und Holzkastenkipper eingesetzt.

An Baggern gab es u. a. den Fuchsbagger F 300 beim Gipswerk,

und im Gipsbruch einen Dollbergbagger vom Typ D 200, Bj. 1951-1961, Gewicht 6,5 To, 25 PS Deutz luftgekühlt, Löfferl und Greiferinhalt 0,25 cbm.

Quellen: Andreas Christopher, J. Merte, H.-G. Bubolz, (Kleinbahn 50 Seite 543) Werner Willhaus, Dr. Matthias Lentz, Peter Meyer, und weitere

Lokführer Fritz Belser (t) mit Deutz Nr. 55724 Quelle: Archiv Belser Entringen                             aufgestellt, A. Grüner, Niefern-Öschelbronn, 2013/2014/2015                                                                                                                                                

Gipswerk Entringen mit Gleisplan


Dargestellt wird der Gleisplan der Feldbahn

(die roten Linien)

vom Gipswerk Entringen in der Zeit um 1960.

(Ausschnitt aus dem aktuellen Ortsplan der Gemeinde Ammerbuch)









Bei den nachfolgenden Bildern handelt es sich um Aufnahmen ca. aus dem Jahre 1972. Die Bilder sind urheberrechtlich geschützt, Quelle der vier ersten Bilder: Hans-Martin Kahlert, Ammerbuch-Altingen. Die Bilder zeigen von links nach rechts: Am Lagerplatz beim Gipswerk, Arbeiten am Schrägaufzug zum Ofen im Hintergrund die B 28, Blick auf die Lorenbrücke beim Ofen unterhalb des Steinbruches, Blick auf das Gipswerk beim Bahnhof Breitenholz.

Nun zu den Bauberichten der einzelnen Modell-Feldbahnsegmenten: Über den Bau der 8-teiligen Anlagen berichten wir die  nächsten 2 Jahre.

Baubeschreibungen der fünf Segmente von Andreas Grüner

Vorgeschichte:

Nachdem mich die Rottenburger Modellbahnkollegen gefragt hatten, ob ich Interesse am Nachbau der Gipsbahn hätte, sagte ich spontan ja, ohne zu ahnen was da alles auf mich zu kommt. Alles fing damit an, dass ich bei einer früheren Power Point Präsentation einen alten Holzkoffer (90x40x20cm) geschenkt bekam. Holzkoffer mit GleisplanungNun stand fest: " Da baue ich den Gipssteinbruch hinein" Auf "WIKI" gab es sogar eine Gleisskizze (s. Foto - Skizze im Holzkoffer). Nach ersten Überlegungen ging es los mit der Untergrundgestaltung, dem Geländebau und der Gleisverlegung. Dann ergab es sich, dass 2 Rottenburger Modellbahnkollegen uns mitteilten, dass noch Reste des alten Gipswerkes vorhanden sind und so fuhren wir ins Ammertal und überzeugten uns. Der Lokschuppen und das Trafohäuschen wurden gleich vermessen und dann ging es entlang der Strecke bis zum Lagerschuppen unterhalb des Steinbruches (der mittlerweile mit Schutt aufgefüllt wurde). Dann  ging es weiter mit dem Bauen. Bei der 2. Ausstellungsteilnahme der IG-Modellfeldbahner in Rottenburg kam das Gespräch mit den Rottenburger Kollegen wieder auf, ob wir nicht die ganze Anlage bauen wollen. Zu unserem Glück drehte an diesem Wochenende auch "Eisenbahnromantik" die Ausstellung und ich durfte das Bauvorhaben vom Gipswerk Entringen vorstellen. Auf der Rückfahrt nach Niefern-Öschelbronn konnte ich den Kollegen Uwe überreden bei dem Projekt mitzumachen. Nun ging es an die große Planung. Ich entschied mich für den Bau des Gipsbruches, des kleinen "Rigonisteinbruches", der 90° Kurve am Käsbach und der Strecke entlang der Kreisstraße nach Breitenholz mit der B 28 Kreuzung dazu kommt noch das Segment "Gebäude unterhalb des Steinbruches". Kollege Uwe, platzmäßig eingeschränkt, nahm sich den Bau der Gleisverschwenkung, der Ausweiche beim Rohrbach und des eigentlichen Gipswerkes beim Bh Breitenholz vor. Wir setzten uns zum Ziel bis November/Dezember 2015 die gesamte Segmentanlage fertig zubekommen. Da ich schon Erfahrungen im Recherchieren hatte, entschlossen wir uns den Ortschronisten Herrn Bauer und verschiedene Zeitzeugen in Entringen und Breitenholz ausfindig zu machen und zu treffen. Von den Zeitzeugen wurden wir mit wertvollen Informationen und Bildern belohnt. Nun konnte der Bau der einzelnen Segmente begonnen werden.

Zuerst ging es an die Planung vom Segment "Steinbruch". Wir verwenden für die Feldbahn das Feldbahn- und Gleissystem der Firma BUSCH Modellwelten im Maßstab 1:87 in H0f, das entspricht einer Originalspurweite von 600 mm.  Entsprechend der Internet-Gleisskizze (erstellt von Dr. E. Scherer) wurde die Gleislage verkleinert ausprobiert. Anschließend wurden die Geländehöhen (geschätzt) und mittels unterschiedlich unterlegten Sperrholzstreifen aufgebaut. Die Geländestruktur wurde mit verschiedenen Baumaterialien u. a. Styrodur und Styropor geformt und angepasst. Anschließend erfolgte die Feinmodellierung mit einem Gipsüberzug. Von unserem ersten Fotobesuch habe ich "echte" Steine aus den stillgelegten Steinbruchüberbleibseln mitgenommen, gespalten und im Steinbruch eingebaut. Die Anlage wird dadurch zwar schwerer aber originalgetreuer. Nach dem Trocken des Gipses wurde das Gelände braun eingefärbt, die Gleise eingeschottert und dann erfolgte die Begrünung in mehreren Arbeitsschritten. Neben "echter Erde" werden unterschiedliche Turf und Flocken gestreut, dann erfolgte die Begrünung mit "Grasbüscheln" und dem Einsatz des Grasmasters (hierbei werden in einem Behälter die Grasfasern statisch aufgeladen und in den feuchten Leim "geschossen". Die eigentliche Begrünung erfolgte dann mit Grasbüscheln, Blumen, Unkräutern, "gezupften" Vliesmatten, Büschen und Bäumen. Die Begrünung stammt fast ausschließlich vom Hersteller Silhouette Modellbahnzubehör Sie sehen oben im Kofferbild noch die Darstellung des Gipsofens mit einem typischen Modellbausatz. Da wir uns entschlossen haben, auch die Gebäude verkleinert in Anlehnung an das Original nachzubauen musste ich mich für eine andere Lösung entscheiden. Dazu aber später.

                                                                                          

Baubericht Segment "Rigoni-Steinbruch"

Ebenfalls auf einer Sperrholzplatte wurde die Gleistrasse erhöht vorgesehen, um neben dem Gelände auch Platz für den Graben "Käsbach" zu erhalten. Der zum Teil heute noch vorhandene Steinbruchrest wurde ebenfalls mit Originalkalksteinen im Modell nachgebaut. Die Steinplatten wurden zu einem späteren Zeitpunkt noch horizontal eingesägt um die horizontalverlaufenden Schichten anzudeuten. Der Geländeaufbau erfolgte wieder wie oben beschrieben.

  

Baubericht Segment "90° Kurve am Käsbach" und Segment "B28"

Nach Fertigstellung der Gleistrasse wurden zuerst die Gräben mittels Oberfräse in die Sperrholzplatte ausgebildet. Für die B 28 und die Kreisstraße "K6916" wurde eine Balsaholzunterlage genommen. Im Bereich der Kreisstraße wurde anschließend eine Kopfsteinpflaster-Gipsplatte aufgebracht. Die B 28 erhielt eine dicke Balsaholzplatte. Anschließend wurde die B 28 und das gesamte Gelände mit Gips geformt und gespachtelt. Nach dem Trocknen erfolgte der Untergrundanstrich und die Begrünung wurde wie oben beschrieben aufgebracht. Die zwei Segmente wurden mit Wiesen und Feldern ergänzt. Zu beachten ist beim BUSCH Feldbahngleis dass die Segmentübergänge absolut bündig ohne Luft ausgeführt werden, da sonst die Lok stehen bleibt. Nachfolgend die Bauphasen der B 28 und von der 90° Kurve beim Käsbach.

 

Baubericht Segment "Gebäude unterhalb des Bruches"

Unterhalb des ehemaligen Steinbruches stehen heute noch zwei "alte" Gebäude vom Gipswerk Entringen. Das kleine Gebäude, die "Vesperbude" und der lange Schuppen, das Sacklager und das Kohlenlager. Zuerst wurde das Segment mit Landschaft (Grasflächen und Wegen und der Gleisanlage wie oben beschrieben gestaltet).  Das Trafogebäude ist nicht mehr vorhanden. Da ich die Gebäude in Anlehnung an das Original verkleinert nachbaue, mußte das Modellsegment "Steinbruch"  im Holzkoffer im vorderen Bereich geändert werden. Die Gebäude werden erst als Pappmodell gebaut um die Proportionen abzugleichen. Dann werden an Hand von Fotos, und Maßen die Gebäudeabmessungen auf Kunststoffplatten übertragen (hier kommt mir meine Ausbildung als Bautechniker und Bauzeicher zu Gute). Die Fachwerkbalken wurden aus Balsaholz geschnitzt, bei der Vesperbude habe ich nur Funierstreifen zugeschnitten und aufgeklebt. Den Putz habe ich mit Vogelsand und Leim hergestellt und farblich behandelt. Beim Lagerschuppen wurde das Mauerwerk aus Kunststoffplatten der Fa. Auhagen verwedet. Diese wurden für die Fachwerkfüllungen zugeschnitten. Für den Lagerschuppen benötigte ich bisher 20 Stunden. Für die Vesperbude benötigte ich ca. 10 Stunden. Die Gipsmühle (das große linke Gebäude) wurde aus Pappe fertig gestellt. Der Nachbau erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Als nächstes beschäftigte ich mich mit dem Holz-Kohleschuppen und dem Ofengebäude.

Diese 2 Gebäude wurden aus Holzleisten 1x1, 1,2x1,2 und 1,6x1,6 mm Leisten hergestellt. die Bretterbeplankung erfolgte mit 2 mm breiten Streifen aus Holzfunier.Der Ofenschuppen bekam einen nebeneinanderliegenden vierzügigen Ofen und den DIARA-Estrich-Hochofen. Die geprägten Dachplatten stammen von der Firma Noch. Die Sogenannte Gichtbrücke wurde aus Holzleisten 1,8x1,8 mm und einer Verbretterung aus Funierstreifen gebaut. Das Dach erhielt eine Deckung aus Brettern mit Bitumenpappe, die ich aus Streifen von 600 ter Schleifpapier hergestellt habe. Anschließend erfolgte ein "Wasching" mit Braun und Schwarz. Die Verwitterungen wurden mit grünen und weißen Pigmenten hergestellt. Der Ofenaufbau stamm von Fa. Modellbau Luft.

Zur Zeit arbeite ich wieder am Gipsbruch und den Gebäuden beim Bruch.
Ein neuer Bauabschnitt ist die Herstellung der sogenannten Gichtbrücke zum DIARA-Estrichofen. Entsprechend dem Original liegt sie beim Hochofen an. Mein Nachbau der Gebäude und des Bruches stimmen nicht ganz mit dem Original überein, weil der Bruch in einem Holzkoffer eingebaut wurde und somit die Abmessungen begrenzt sind. Aber im Vergleich zum Originalbild ist der Gebäudenachbau im Verhältnis 1:2 gebaut aber stimmig.
Zuerst wollte ich mit der Lok die Loren bis zur Brücke schieben und habe sie erst sehr schräg eingebaut, aber nach Zeitzeugenberichten wurden die Loren nur ins Abstellgleis geschoben und mittels Seilwinde zur Brücke gezogen.
Somit habe ich die Busch-Gleise ausgebaut, das Gelände geändert und mit Z-Flexgleis (Schwellen aufgetrennt) als scharfes S gebogen und eingebaut. So steht die Brücke fast rechtwinklig zum Ofen. Es fehlt noch die 3 Begrünungsphase.
Die Brücke entstand aus Holzleisten 1,5x1,5 mm, die Verbretterung aus Funierholz, das Dach aus 600 ter Schleifpapier. Anschließend wurde mit Wasching und Pigmenten die Brücke gealtert.
Daneben baue ich derzeit aus Schaumstoffplatten (beidseitig mit Pappe belegt) die Gipsmühle. Die Fenster entstehen aus 2 Lagen Kunstsoffprofilen). Wenn alle Fenster eingebaut sind, erfolgt das Auftragen des Wandputzes.

Die "Gichtbrücke" zum DIARA-Ofen hat ein Blechdach mit Stehfalzdeckung bekommen. Auf eine Kunststoffplatte wurde schmale Vierkantprofile aufgeklebt, dann das ganze mit Hellgrau gestrichen. Dann ein Schwarz-Wasching drüber, dann mit einer Mischung aus Dk.-Grau, Hellgrau und Ocker mit dem Borstenpinsel die Oberfläche betupft, dann wieder mit einem Schwarz-Wasching drüber. Das Rostspuren mit Rost-Wasching angedeutet und mit Pigmentfarben verfeinert.

Baubericht  Dolberg-Bagger D 200

Im großen Gipssteinbruch wurde ein Diesel-Raupenbagger, Hersteller Dolberg, Typ D 200 mit kurzem Gittermast und Greifer eingesetzt. Die technischen Daten hierfür bekam ich von Peter Meyer, Hannover, ein Spezialist für histoirsche Bagger. Der Typ D 200 auf dem ersten Bild, restauriert von Peter Meyer, steht einsatzbereit im Feldbahnmuseum in Wiesloch. Als Grundlage für den Nachbau diente mir der WIKKING-Krupp-Bagger. Das Führerhaus wurde entfernt und ein neuer Aufbau wurde aus Kunststoffplatten (www.Architekturbedarf.de) gebaut und etwas Inneneinrichtung angedeutet. Weiter kam eine Innen- und Außenbeleuchtung dazu. Nachdem ich die Beschriftung (Decals)  bei (www.hartmann-original.de) habe anfertigen lassen wurden diese aufgeklebt und der Bagger erhielt anschließend seine Alterung mit Rostspuren, Ölspuren, Ruß und Gips-Kalk-Dreck. Nach Fertigstellung des Segmentes Steinbruch wird der Greifer mittels Servo hoch und runter bewegt.

Weiter geht es mit den Hintergründen:

So langsam müssen mein Kollege und ich den Endspurt einlegen und alles zum Laufen bringen und vor allem die Anlage mit Feinheiten fertigstellen. Leider gibt es immer noch das Busch-Weichenproblem, was vermutlich nur durch Zulöten gelöst werden kann. Dafür aber haben wir unsere Hintergründe bekommen. Der Bildermaler Ch. Laubmann aus Wildberg, BW hat uns mit Ölfarben entsprechend der Fotos vor der Gegend drumrum sagenhafte Hintergründe gemalt. Der finanzielle Aufwand hat sich finde ich gelohnt.
Die Beleuchtung wird mittels dimmbarer LED Leisten der Fa. "LED&MORE" ausgeführt. Für den den Gipsbruch habe ich für den vorderen Bereich noch eine Leuchtleiste montiert.

Ergänzung März 2017

Zum Abschluß gibt es noch eine Verfeinerung. Wir haben uns von Fa. PAULO Modellbahnzubehör an Hand alter Fotos die Estrich- und Gipssäcke fertigen lassen.



Baubeschreibungen der drei Segmente von Uwe Eisele                 

Vorgeschichte:

Wie schon von Andreas geschrieben machten uns Mitglieder der Modelleisenbahnfreunde Rottenburg e.V. auf eine nicht mehr existierende Feldbahn aufmerksam, die früher auf der Gemarkung Entringen, heute ein Teilort der Gemeinde Ammerbuch in Baden Württemberg, unterwegs war. Die Feldbahn war im Steinbruch aktiv und verband den Steinbruch, den dortigen Brennofen und die Lagerstätten mit der Gipsfabrik am Bahnhof Breitenholz. Hier war eine Bahnverladung des Endproduktes möglich und die benötige Kohle wurde ebenfalls per Bahn angeliefert.
Andreas Grüner war sofort begeistert und konnte mich schließlich zur Mitarbeit bei dem Projekt, den Gipsabbau mit der Feldbahn und dem Gipswerk im Modell annähernd an das ehemalige Original nach zu bauen, überreden.
Des Weiteren wurden, eine neue Erfahrung im Modellbau für mich, Recherchen in diversen Archiven und bei Zeitzeugen durchgeführt. Wir hatten uns schnell darauf geeinigt, dass wir uns die Modellbahnsegmente aufteilen. Andreas baut vom Steinbruch bis zur B 28 dann erfolgt von mir die restliche Gleisstrecke bis zum Gipswerk Entringen am Bahnhof Breitenholz.

Baubericht Segment "Verschwenkung"

Nachdem Andreas seine Segmente soweit fertig hatte, dass die Gleis- und Straßenlage feststand und auch etwas Grün schon vorhanden war, konnte ich daran gehen mein erstes Segment zu bauen.

Von einer im Abbau befindlichen H0-Anlage wurden die 6mm-Platten der Trassen recycelt, d.h. daraus wurden die Seiten der Segmente gesägt. Die Seiten wurden stumpf zu einem Rechteck aufeinander geklebt und verschraubt. Zur Aussteifung wurden noch Vierkanthölzer eingeklebt und verschraubt. Der Abstand vom oberen Rand wurde so bemessen, dass die Styrodureinlage mit der oberen Kante abschloss. Da auf diesem Segment ja die Gleistrasse nach außen verschwenkt, musste das Segement auf der der B28 gegenüber liegenden Seite verbreitert werden. Der Innenraum wurde ebenfalls mit Styrodur aufgefüllt. Somit war ein relativ leichtes, aber dennoch stabiles Segment entstanden. An der Unterseite wurden zwei durchgehende Kabel (Rot und Schwarz) angebracht, von denen Zuleitungen zu den Schienen verlegt wurden. An insgesamt drei Stellen wird der Strom in die Schienen eingespeist. Auf der Oberseite wurden die Schienen auf einem Streifen Styrodur verlegt, mit Zweikomponentenkleber befestigt und eingeschottert. Die Verklebung des Schotters, bei dem auch originaler Kalkstein aus dem Bruch verwendet wurde, erfolgte mit einem Schotterkleber. Die mit Kopfsteinpflaster belegte Kreisstraße wurde mittels Spörle-Formen und Gips hergestellt und auf das Styrodur geklebt. Mit Braun eingefärbtem Gips wurde die Landschaftsform gestaltet. Der gesamte Bereich aus Gips, einschließlich des Kopfsteinpflasters, wurde dann mit Acryl-Tiefengrund eingestrichen. Nach der Durchtrockung wurde das Kopfsteinpflaster mit einer selbst angemischten Farbe aus Acrylfarben gestrichen. Diese Farbmischung wurde mit Wasser stark verdünnt und mehr oder wengier lasierend aufgetragen.

Auf das Gelände wurde abschnittsweise Acryl-Emulsion aufgetragen und mit Turf-Flocken in Braun und Grün von Woodland-Scenics  eingestreut. Dazwischen kam noch die Mischung Waldboden von Busch. Nachdem der Emulsionsauftrag und die Flocken getrocknet waren wurde wieder abschnittsweise die Emulsion aufgetragen und kurze dunkelgrüne Grasfasern mit einem Elektrostaten aufgeschossen. Gleich hinterher kamen dann lange dunkelgrüne Fasern, die mit ein wenig helleren Fasern gemischt waren. Zum Abschluss wurden noch ganz wenige lange beige Fasern eingeschossen. Die Emulsion wurde nicht komplett deckend aufgetragen, sondern es wurden Lücken gelassen, so dass sich kein durchgehender 'englischer Rasen' ergab.                                                                          Zur weiteren Ausgestaltung wurde ein Baum gepflanzt. Da sich die dargestellt Jahreszeit im Spätsommer/Frühherbst bewegt, wurden unter dem Baum lose Blätter in verschiedenen Farben mit Sprühkleber fixiert. Dies erfolgte, bevor der Baum eingeklebt wurde. Nach dem Festkleben des Baumes wurde mit dem Streumaterial Nadelwaldboden der Firma Busch im Bereich der Wurzeln Erde bzw. nicht bewachsene Stellen dargestellt und hier stellenweise nochmals lose Blätter aufgestreut. Eine abgebrochene Gips-Kopfsteinpflaster-Platte wurde dazu genutzt eine Straßenbaustelle darzustellen. Dazu wurde von der Firma Weinert eine Absperrung farblich behandelt und zur Sicherung der Baustelle aufgestellt. Zur Ausgestaltung wurde noch ein kleiner Teerkocher, ebenfalls von Weinert, mit Zubehör fixiert. Die Szene beleben drei Bauarbeiter.  Auch ein Schäfer mit seinen Schafen und seinem Schäferkarren bereichern das Segment.

 

Baubericht Segment "Ausweiche"

Der Grundaufbau für dieses Segment ist derselbe, wie schon zum Segment 'Verschwenkung' beschrieben. Die Segmentseiten aus 6mm-Sperrholz zu einem Rechteck zusammen gesetzt und innen mit Styrodur aufgefüllt. Die Gleistrasse wurde ebenfalls auf einen dünnen Streifen Styrodur geklebt und entsprechend eingeschottert und verklebt. Die Fortsetzung der Kreisstraße erfolgte ebenfalls mit Gips-Kopfsteinpflaster. Der Aufbau der Begrünung erfolgte ebenfalls wie beim Segment 'Verschwenkung' beschrieben. Allerdings musste auf diesem Segment auf der linken Seite noch der Rohrbach berücksichtigt werden. Dazu wurde im Styrodur eine Aussparung eingebracht und das Bachbett mit eingefärbtem Gips gestaltet. Die Seiten des Bachs wurden mit verschiedenen Vlies der Firma Heki gestaltet und danach wurde das Wasser in Form von Einkomponentenharz der Firma Faller in zwei Schichten eingebracht. Der obere Abschluss des Wassers wurde mit Water-Effekts von Noch gestaltet. Nach der Fertigstellung des Bachs konnte die aus Vierkanthölzern und Balsaholz für die Bretter gestaltete  Brücke eingesetzt und die Gleistrasse darauf verlegt werden.  Vor der Befestigung der Styrodureinlage wurden an der vorderen Längsseite des Segmentes Bohrungen für diverse Schalter und Buchsen eingebracht. Hier lässt sich mittels Bananensteckern Fahrstrom einspeisen. Die beiden Ausweichgleise lassen über einen Kippschalter wahlweise mit Fahrstrom versorgen oder ganz abschalten. Die beiden Weichen werden von Hand geschaltet.

Baubericht Segment "Gipswerk"

Das dritte Segment, das sich dann links an das Segment 'Gleisverschwenkung' anschließt, richtet sich bezüglich der Größe nach den Gebäuden des Gipswerkes, die darauf zusammengestellt werden. Darum beginnt das Segment nicht mit dem klassischen, oben schon beschriebenen Unterbau, sondern hier zunächst mit dem Selbstbau der Gebäude. Für den Beginn und zur Übung der Selbstbaugebäude, übrigens das erste komplett selbst gebaute Gebäude, wurde der im Original noch vorhandene Lokschuppen beim ehemaligen Gipswerk ausgewählt. Im Bild unten ist das Ergebnis zu sehen. Einen kleinen Baubericht gibt es nach einem Klick auf den Link. Lokschuppenbaubericht

Als nächstes Selbstbaugebäude war das Hauptgebäude, die Gipsmühle, an der Reihe. Wie schon beim Lokschuppen gab es auch zum Hauptgebäude verschiedene Pläne. Es standen auch ein paar Fotos zur Verfügung, so dass nach einer Vorplanung das doch recht große Gebäude in Angriff genommen werden konnte. Der Bau nahm dann doch eine recht große Zeitspanne in Anspruch. Auch für das Hauptgebäude gibt es einen Baubericht, der mit einem Klick auf diesen Link aufgerufen werden kann. Gipswerkbaubericht

Nach dem das Hauptgebäude so gut wie fertig war, ging es an das Ofengebäude. Zum Ofengebäude gab es nur sehr wenige Pläne, so dass das Gebäude überwiegend anhand von historischen Photos entstand. Zur Überprüfung der Proportionen und dem Zusammenwirken mit dem Hauptgebäude wurde zuerst ein Kartonmodell gefertigt. Beim Bau des Ofengebäudes wurden dann die mit dem Kartonmodell gewonnenen Maßabweichungen übernommen. Und auch zum Bau des Ofengebäudes gibt es einen separaten Baubericht, der über den folgenden Link aufzurufen ist. Ofengebäudebaubericht

Nach langer hat sich wieder was getan, die Gebäude wurden  fertig gestellt und mit den Gleisen auf der Grundplatte montiert. Die Proportionen sind schon beachtlich. Größe der Grundplatte ca. 1,20m x 0,80 m.


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