Bei den Feldbahnen handelt es sich um schmalspurige Wirtschaftsbahnen, so genannte Nebenbahnen. Sie hatten Ihre Blütezeit am Ende des 18. Jahrhunderts bis in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts.

Zeittafel: Der Ursprung der Feldbahnen begann schon früh (ca. 1600) mit den Gruben- bzw. Bergwerksbahnen.

Ab ca. 1780     wurden die Holzschienen durch gußeisenere Schienen ersetzt.

Ab ca. 1860     wurden die ersten Schmalspurbahnen auf Baustellen eingesetzt, die Loren wurden von Hand bzw. von Pferden gezogen.

Ab ca. 1870     begann die Entstehung der Feldbahn - Lokomotiven.

Ab ca. 1880     erlangte die Feldbahn auch in der Landwirtschaft an großer Bedeutung.

Ab ca. 1890     wurde die Feldbahn beim Militär im ersten und zweiten Weltkrieg eingesetzt.

Ab ca. 1960/70 wurden die Bahnen immer mehr durch die Industrialisierung (LKW, Radlader, Förderbänder, etc. ) abgelöst.

Feldbahnen wurden in vielen Wirtschaftszweigen betrieben:

als Landwirtschaftsbahnen, als Grubenbahnen, als Ziegeleibahnen als Steinbruchbahnen, als Militärbahnen, als Trümmerbahnen, als Industriebahnen, als Gärtnerei- und  Waldbahnen, als Torfbahnen, als Hafenbahnen, aber auch in Sägewerken. Sie wurden fast ausschließlich für den Materialtransport verwendet. Der Personentransport galt vor allem dem Transport der Arbeiter, später, in abgelegenen Gebieten, wurde auch der allgemeine Personentransport aufgenommen, für eine bessere Anbindung an die Regelspurbahnen und die Städte.

Auch bei Großbaustellen, beim Autobahnbau und beim Eisenbahnbau wurden Feldbahnen für die Errichtung von Dämmen und Brücken und dem Abbau in unwegsamem Gelände eingesetzt.

Der Vorteil der Feldbahnen lag zum einen darin, dass die Gleisanlagen leicht von Hand verlegt werden konnten, somit war ein schneller Stellungswechsel möglich, zum anderen konnten die Lokomotiven und Loren auf Grund ihres geringen Gewichtes auch in weichen unwegsamen Gelände eingesetzt werden. Auch konnten mit Feldbahngleisen sehr enge Radien verlegt werden. Feldbahnen waren deshalb auch weit kostengünstiger als normalspurige Bahnen. Die Feldbahnen sind aber nicht vollständig ausgestorben, sie werden heute noch eingesetzt, vor allem im Torfabbau (unwegsames Gelände, schlecht tragbarer Grund) und vereinzelt in der Metallindustrie, bzw. im Berg- und im Tunnelbau.

Damit auch den nachfolgenden Generationen noch etwas über die Feldbahnen berichtet werden kann, gibt es viele große und kleine Feldbahn- Museen, die diese Technik  pflegen und bereitstellen. Ein Besuch lohnt sich immer.

Quellen: „Die Feldbahn“, A. Christopher,  „Feld- und Grubenbahnen der DDR“, HFD e.V.,  „Ein Jahrh. Feldbahnen“, D. Lawrenz


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